Kulturstadt Hamburg?? Es ist wie eine kulturelle Bankrotterklärung der Hansestadt: Das Festival der Kulturen Hamburg gibt auf. Das mit der Parade des Karnevals der Kulturen wohl vielfältigste Kulturfest der Hansestadt ist an mangelnder öffentlicher Unterstützung gescheitert. Trotz ständig steigender Besucherzahlen und reger Beteiligung am Umzug, auf dem sich die in Hamburg ansässigen Migrantenkulturen aus aller Welt farbenfroh und bunt der Öffentlichkeit präsentierten, kann das Festival nicht weiter stattfinden.
Im Gegensatz zu anderen Städten wie Berlin, wo der KDK seit Jahren zur größten Besucherattraktion zählt und nicht mehr wegzudenken ist, hat das Festival in Hamburg keine ernsthafte Unterstützung durch die Stadt oder die örtlichen Medien erhalten. So schmückt sich diese Stadt weiterhin nur mit Musicals und großen, agenturgesteuerten Events als "Kulturstadt".
Für UDHH war der KDK seit bestehen der Kondensationspunkt unseres Sambaschuljahres. Auch wir müssen uns nun nach neuen Möglichkeiten umsehen, unser "großes Desfile" zu machen. Wir bedanken uns bei Sabine Kulau, der "Mutter des KDK Hamburg" für ihr jahrelanges Durchhaltevermögen gegen alle Hindernisse des kommerziellen Kulturbetriebes in dieser Stadt, die eine große Möglichkeit verkannt hat. Hier geht's zur offiziellen Presseerklärung...
Unidos na Rua 2009! Berauschende Bilder, große Grooves und ein Enredo, der noch lange in den Straßen der schönsten Stadt nachhalte: "Liberdade e Uniao" - "Freiheit und Gleichheit"! Unser Beitrag zu 20 Jahren deutsch-deutscher Wiedervereinigung.
100 Trommler, 40 Tänzer, 7 Sänger und Musiker unterstützt von 40 Helfern der Freiwilligen Feuerwehr - Unidos de Hamburgo hat wieder einmal gezeigt, dass Samba alle Grenzen sprengt und die Menschen verbindet. 48 Stunden hielt uns der Groove, der uns die Welt bedeutet, an diesem Septemberwochenende wieder in Atem, machte uns atemlos, herzklopfend-berauscht, kinderleicht-glücklich.
50 Freunde aus ganz Deutschland, Europa, Brasilien waren auch 2009 wieder zu Gast bei Hamburgs erste Sambaschule und machten unseren fünften Karneval zu einem weiteren wer-nicht-dabei-gewesen-ist-weiss-nicht-wovon-wir-reden-Event. A tradiçao vai continuar!
Am Ende reichte es "nur" zu einem dritten Platz, aber erstens ist dabei sein alles und zweitens haben wir so den Ansporn, nächstes Jahr noch bunter, laute, beschwingter unser Leuchten auf Hamburgs Strassen zu bringen. Zornig geht es weiter! Sei dabei, wenn sich die Energie des Rio-Samba mit nordischer Lebensfreude vermischt! Wer das Wochenende noch einmal Revue passieren lassen möchte, oder sehen will, was er verpasst hat, hier ein paar Links:
2o Jahre nach dem Fall , und wir reißen weiter! Der Fall der Mauer in Berlin vor 20 Jahren hat gutgetan und Mut gemacht. Er hat zur Wiedervereinigung geführt, und nach Jahren beginnt auch die Mauer in den Köpfen zu zerbröckeln, je mehr Menschen gemeinsam groß werden. Doch es gibt noch immer viele Mauern in der Welt, die es einzureißen gilt. Es gibt weitere geteilte Völker auf der Welt, es gibt fragwürdige Mauern um Kindertagesstätten, Mauern zwischen Kulturen und Menschen, Mauern mitten durch Interessengruppen, eingemauerte Entfaltungsmöglichkeiten, vermauerte Freiheit, und unzählige weitere vermauerte Köpfe.
Immer wenn eine Mauer fällt, werden zwei Teile wiedervereinigt, die wiederum eine neue Hälfte eines mauerüberwindenden Ganzen werden, und jedesmal wird die Macht, die die Mauer stürzt, größer: Am Ende sind wir endlich alle eins: Tudo acaba em samba!
UDHH 2009 zeigt eine Hommage an den Willen zum niederreißen von Mauern, die trennen. Weiter so!
Macarrão bleibt Mestre und präsentiert neue Mannschaft
Die Alt-Mestres der UDHH-Bateria haben Mestre Macarrão (Julian Kramper) für ein weiteres Jahr in seinem Amt bestätigt. Der dritte Leiter der „Zornigen“ freut sich auf eine weitere Saison und stellte direkt seine Direktorenmannschaft für das Jahr 2009 vor: Markus Jäger (Tamborimdirektor), Jan Altenburg, Anika Vogel, Andreas Gaertner, Tina Duckert, Michael Gebauer und Sabrina Stelling werden dem neuen alten Mestre der Bateria helfen, die „ehrgeizigen Ziele“ für das neue Jahr umzusetzen und wurden unter lautem Beifall der Comunidade auf der Bühne darauf eingeschworen.